Lebe Deine Berufung

Vielleicht habt Ihr jetzt gedacht, es sind Ferien, nach den Ferien kommt ein neues Thema. Dank den Mitarbeitern weiß ich jetzt, wo es langgeht und damit ist die Sache geritzt. Und dann kam nach den Ferien die Schule wieder und es fällt uns schwer dranzubleiben. Ist doch nicht so einfach, wie wir dachten.

Es kann gut sein, dass wir teilweise ein ganzes Leben brauchen werden (das könnten bei Euch noch gut 60 Jahre sein), um das zu erfüllen, was Gott mit uns vorhat. Da brauchen wir so manches Mal einen langen Atem – also Ausdauer.

Paulus schreibt dazu im 1. Korinther 9, 24-27:
Ihr kennt das doch: Von allen Läufern, die im Stadion zum Wettlauf starten, gewinnt nur einer die Goldmedaille. Lauft so, dass ihr sie gewinnt! Wer im Wettkampf siegen will, setzt dafür alles ein. Ein Athlet verzichtet auf vieles, um zu siegen. Und wie schnell ist sein Sieg vergessen! Wir dagegen kämpfen um einen Preis, der unvergänglichen Wert hat. Ich weiß genau, wofür ich kämpfe. Ich laufe nicht irgendeinem ungewissen Ziel entgegen. Wenn ich kämpfe, geht mein Schlag nicht ins Leere. Ich setze mich für diesen Sieg ganz ein und nehme keine Rücksicht auf meinen Körper. Er muss sich meinem Willen fügen. Denn ich will nicht andere zum Kampf des Glaubens auffordern und selbst untauglich sein oder vorzeitig ausscheiden.

Paulus war schon extrem in seinen Ansichten. Aber Gottes Wort hat Gültigkeit; und was heißt das dann für Dich und mich? Die eigene Berufung leben kann jede Menge Herausforderungen und Schwierigkeiten bedeuten. Darum brauchen wir andere, um uns immer wieder zu ermutigen, und die persönliche Beziehung zu Gott, in der wir immer wieder hören sollten, dass oder ob, wir noch auf dem richtigen Weg sind.

Also: Es kann jede Menge Herausforderungen bedeuten, muss es aber nicht zwangsläufig.

Ein schottischer Pastor namens Alex Morrison hat mal eine Predigt zum Thema „Was kann uns hindern, unsere Berufung zu leben?“ Daraus hier mal ein paar Gedanken:

Das sind diese drei Punkte:

  • Umstände
  • Menschen
  • Sorge

 

Kommen wir als ersten zu den Umständen. Welche Umstände können Dich hindern, Deine Berufung zu leben?

Meisten hat das was damit zu tun, dass wir uns für zu jung, zu unbegabt oder auch zu unwichtig halten. „Hej Marc, willst Du am Freitag mal Thema machen?“ „Ich? Ähm, nee, das kann ich nicht. Ich bin doch auch nur der Techniker. Nicole, ja, die war sogar auf einer Bibelschule, aber ich…?“

Paulus hat dazu was Interessantes geschrieben:
Im 1. Timotheus 4,12 steht:
Niemand hat ein Recht, auf Dich herabzusehen, weil Du noch so jung bist. Allerdings musst Du in jeder Hinsicht ein Vorbild sein, in allem, was Du sagst und tust: in der Liebe, im Glauben und in Deiner ganzen Gesinnung.

„Niemand hat ein Recht…“. „Niemand“ heißt auch: Du selbst nicht! Wenn Gott Dich beruft, dann hat er sich nicht geirrt. Das hat auch viel mit Vertrauen zu tun. Allerdings solltest Du Dich nicht überschätzen oder zu früh mit zu vielen Leuten über Deine Träume reden. Joseph ist da ein warnendes Beispiel.

Er hat seinen Brüdern von seinem Traum mit den Getreidegarben erzählt. Die waren schon sauer auf ihn weil ihr Vater Joseph andauernd bevorzugte. Er bekam sogar ein ganz tolles neues Gewand. Und dann erzählt er ihnen noch von seinem Traum. Seine Garbe richtete sich auf und die Garben seiner Brüder verbeugten sich vor ihm. Das war für die Brüder zu viel und sie hassten ihn noch mehr.

So kann man sich selbst seine Umstände erschweren.

Umstände, die uns behindern könnten auch Krankheiten sein oder körperliche Behinderungen. Manchmal meinen wir dann aber auch nur, wir könnten es deswegen nicht.

Es gibt da eine, Joni Eareckson Tada, die mit 18 einen schweren Badeunfall hatte. Sie brach sich die Halswirbelsäule zwischen dem 5. und 6. Halswirbel und ist seit dem Tetraplegikerin, das heißt querschnittsgelähmt und zwar so, dass weder Arme noch Beine bewegt werden können. Dank intensivem Training kann sie allerdings die Arme heben und senken, aber nicht Handgelenke und Finger bewegen.

Sie war Kunstreiterin und nun malt sie Bilder mit dem Mund. Vielleicht habt Ihr schon mal ein Bild von ihr gesehen, sie signiert die Bilder mit PTL (Praise the Lord). Sie hat nach wie vor einen starken Glauben. Ihr Leben ist übrigens verfilmt worden.

Sie hat 35 Bücher geschrieben, darunter ihre Autobiographie „Joni“ die in 40 Sprachen über 3 Mio. Mal verkauft wurde.

Sie hat 1979 das „Joni and Friends International Disability Center“ gegründet, ein christliches Hilfswerk für Behinderte. Dieses Hilfswerk strahlt tägliche Radiosendungen aus, bietet Ferien für Behinderte und deren Familien, sammelt und restauriert alte Rollstühle für die Dritte Welt („Wheels for the World“) und unterrichtet christliche Gemeinden im Umgang mit Behinderten.

Sie hat eine beratende Funktion beim Lausanner Komitee für Weltevangelisation für den Bereich Behindertenarbeit.

Des Weiteren hat sie vier Ehrendoktortitel, und mehrere Auszeichnungen von Behindertenorganisationen. Auch ihre christlichen Bücher wurden ausgezeichnet.

Sie lebt ihre Berufung auf eine beeindruckende Weise!

Wenn Umstände unseren Weg behindern, dann müssen wir erst mal herausfinden, ob das etwas ist, was wir überwinden, einbauen oder umgehen können. Da müssen wir Kreativ sein – gemeinsam mit Gott im Gebet und mit anderen Menschen, Sina hat Euch vor den Ferien von den Mentoren erzählt.

Joni hätte aufgeben können, aber sie hat eine neue Route gefunden!

Manche Menschen gehen grundsätzlich davon aus, dass wenn sie auf Widerstand stoßen, sie auf dem richtigen Weg sein müssen. Als grundsätzliche Aussage ist das schwierig. Aber Schwierigkeiten bedeuten auch nicht zwangsläufig, dass wir aufgeben sollten.  Wir können daran wachsen, wichtige Dinge fürs Leben lernen und Hartnäckigkeit beweisen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, dass wir auf dem sogenannten Holzweg sind. Daher: Suche Rat und dann schau nach, ob sich eine neue Sichtweise ergibt.

 

Kommen wir zum Punkt 2:
„Welche Menschen können Dich behindern, Deine Berufung zu leben?“

Das ist schon wesentlich heikler. Meistens hören wir auf Menschen, die uns was bedeuten. Was uns Leute sagen, die uns mehr oder weniger egal sind stört und überhaupt nicht. Es sei denn, wir könnten öffentliche Anerkennung verlieren, als Weichei oder Looser gelten. Was wenn gute Freunde oder die Eltern nicht verstehen oder sogar gänzlich dagegen sind? Was sollen wir dann tun?

Es ist eine der größten Herausforderungen, zu sich selbst zu stehen.

Wir sind zu allererst dazu berufen, wir selbst zu sein – eben so, wie Gott uns gemacht hat.

Wer aber bist Du?

Einiges haben wir hier schon durch die Tests erarbeitet. Aber. Du bist noch viel mehr! Was genau kann ich hier nicht alles aufzählen, es ist auch nicht messbar. Du kannst Dich aber, bei allen Schwierigkeiten, die Dir begegnen – dazu gehören auch Menschen, die Dich nicht verstehen oder Dich ändern wollen – Dich für oder gegen ein gottgewolltes ICH zu entscheiden. Das geschieht wieder im Austausch mit ihm im Gebet und mit anderen Menschen, denen Du vertraust.

Auch da habe ich wieder ein Beispiel:

Corrie ten Boom. Sie wuchs im Zweiten Weltkrieg als Tochter von Juden auf und erlebte den Widerstand ihrer Eltern hautnah mit. Eines Abends bringt sie ihr Vater zu Bett und Corrie erzählt ihm von ihren Sorgen, dass sie der Verfolgung nicht standhalten könnte. Eine erstaunliche Sache für ein kleines Mädchen!

Der Vater fragte dann, wann er ihr eine Fahrkarte gibt, wenn sie mit dem Zug verreisen. Corrie antwortet: Wenn wir in den Zug steigen. Der Vater sagt darauf: So ist es auch mit der Kraft, die wir benötigen: sie kommt, wenn wir sie brauchen.

Gott hat das Ziel, dass wir eigenständige, ihm verantwortliche Menschen werden.

Mit anderen Meinungen umzugehen, sich korrigieren oder auch nicht aus der Fassung bringen lassen, gehört dazu!

Du bist berufen, Dein Leben zu leben. Gott ist verantwortlich für das, was aufgrund Deines Gehorsams ihm gegenüber an Konsequenzen entsteht.

Allerdings kommt es immer darauf an, ob man verstanden hat, wie man Menschen begegnet und wie man Dinge erklärt. Wir sind keine Einzelkämpfer und gehen nicht wie einsame Wölfe unseren Weg oder fühlen uns vom Rest der Welt missverstanden! Alles, was Dir begegnet, ist ein tolles Lernfeld. Die Bedenken und Anfragen anderer Menschen sind etwas, womit wir umgehen lernen müssen.

Hänseleien sind im Grunde Versuche, Deine Reaktion zu testen.

Es gibt viele Gründe, warum sich jemand über andere Lustig macht. Eigentlich zeugt das eher von dem, der hänselt, als von dem Opfer. Wer hat so etwas nötig? Wichtig ist immer, dass Du in allen Situationen Menschen mit dem Respekt begegnest, den Du selbst von ihnen erwartest. Du brauchst eine gesunde Einstellung zu Dir selbst und anderen, um solchen Fällen mit Gelassenheit und Humor begegnen zu können. Freue Dich, wenn Dich Menschen wichtig genug finden, Dich als Zielscheibe zu nutzen. Im Grunde werde Dich andere bewundern, wenn Du Dich von so etwas nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Welche Sorgen können Dich hindern, Deine Berufung zu leben?

Das sind die Sorgen um das eigene Ansehen
Was werden die anderen sagen oder denken?

Sorgen um das finanzielle Auskommen
Da verdient man ja nichts!

Bedenken wegen der Sicherheit
Als Missionar in ein Kriegsgebiet?

Sorgen wegen der Gesundheit
Jahrelang Malaria-Prophylaxe schlucken

Was hier das beste Gegenmittel für Sorgen ist?
VERTRAUEN!

Sorgen können jedoch darauf hinweisen, dass ich etwas noch einmal gut durchdenken sollte, z.B. Kosten überschlagen. Was muss ich für meinen Traum aufgeben? Was geht dann nicht mehr, wenn ich das wirklich mache?

Und dann kann ich entscheiden: Will ich es wirklich und gehe umso sicherer ans Werk oder erkenne ich, dass das doch ein zu hoher Preis für mich ist? Das allerdings muss auch wieder im Austausch mit Gott und Menschen Eures Vertrauens geschehen.

Vertrauen ist die wichtigste Grundlage für alles, was wir tun. Wir müssen darauf vertrauen, dass Gott uns nicht hängen lässt, dass er treu ist und weiß, was wir benötigen. Meine Erfahrung ist, dass er mir schon oft genau das gegeben hat, was ich brauchte.

Jesus spricht nicht umsonst davon, dass wir uns nicht sorgen sollen:

Lukas 12,27-31
Seht euch an, wie die Lilien blühen! Sie können weder spinnen noch weben. Ich sage euch, selbst König Salomo war in seiner ganzen Herrlichkeit nicht so prächtig gekleidet wie eine dieser Blumen. Wenn Gott sogar das Gras so schön wachsen lässt, das heute auf der Wiese grünt, morgen aber schon verbrannt wird, wie könnte er euch dann vergessen? Vertraut ihr Gott so wenig? Zerbrecht euch also nicht mehr den Kopf darüber, was ihr essen und trinken sollt! Mit solchen Dingen beschäftigen sich nur Menschen, die Gott nicht kennen. Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht. Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt, dann wird er euch mit allem anderen versorgen.

Also: Wenn Du weißt, was Du willst, und überzeugt bist, dass Gott mit Dir ist, dann ist ab und zu eine gewisse Hartnäckigkeit gefragt. So, wie auch im Galaterbrief 6, 9 steht:
Lasst uns Gutes tun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.

 

Nachdem wir jetzt mit unseren Herausforderungen klar kommen, können wir jetzt endlich mit dem eigentlichen Thema beschäftigen.

Was sagte Jesus in Lukas 12, 31? Sorgt Euch um das Reich Gottes. Was heißt das? dazu eine Stelle aus dem Alten Testament:

1. Mose 1, 26-28
Dann sagte Gott: „Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist. Er soll über die ganze Erde verfügen: über die Tiere im Meer, am Himmel und auf der Erde.“ So schuf Gott den Menschen als sein Ebenbild, als Mann und Frau schuf er sie. Er segnete sie und sprach: „Vermehrt euch, bevölkert die Erde, und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde!

In diesen Versen steht die Grundberufung eines jeden Menschen. Wir sollen die Erde verwalten. Wir sollen gut mit den Tieren, den Pflanzen, Bäumen und Menschen umgehen. Das meint hier „Macht haben“ oder „Herrschen“. Viele Menschen sehen nur, wie andere es nicht gut machen, und denken dann, so sieht „Herrschen“ also aus – dann muss „Herrschen“ schlecht sein. Gott dagegen definiert „Herrschen“ anders. Herrschen hat viele Gesichter! Du bist ein Verwalter, ein Verwalter Deiner Möglichkeiten und Potenziale. Indem Du Dich einbringst, „herrschst“ Du.

Und so braucht Gott uns in allen Gesellschaftsbereichen, um zu zeigen, wie er sich Gerechtigkeit (Richter, Anwälte usw.), Herrschaft (Politiker u.a.), Erziehung und Bildung (ErzieherInnen, LehrerInnen, ProfessorInnen, BuchautorInnen, usw.), Medizin und Gesundheit (Ärzte, Fitnesstrainer, ErnährungsberaterInnen) Umweltschutz (Biologen, Chemiker, Umwelttechniker usw.), Wirtschaft (Kaufleute und ähnliche Berufe) usw. vorstellt.

Das ist das, was Gott meint, wenn er von seinem Reich spricht: Sein Reich ist zwar nicht von dieser Welt, weil es sich mit menschlichen Prinzipien nicht aufrichten lässt. Aber es soll schon auf dieser Welt sichtbar werden: durch Dich und mich, in dem, wie wir leben, entscheiden, arbeiten, feiern, usw.
Das ist unsere Gemeinsame Berufung und dafür lohnt es sich, zu leben!

 

Ich fasse unsere Reihe jetzt noch mal zusammen:
Wir haben einige Aspekte für Euer persönliches Leben beleuchtet und Euch herausgefordert, Eure Berufung zu entdecken. Gottes Plan für Euer Leben ist erkennbar durch das, wie er Euch geschaffen hat.

Wir haben hier und da schon viel erarbeitet, aber Ihr habt es sicher gemerkt, es ist noch nicht zu Ende, es kommt noch mehr Arbeit auf Euch zu, die sich aber lohnt. Alles was Ihr an Zeit hier reininvestiert, wird Euch unendlich viel nützen.

Ihr sollte Euer Leben aktiv gestalten und somit verhindern, Ihr von äußeren Zwängen gelebt werdet. Ihr könnt damit Eure kostbare Zeit zu einem Geschenk an Gott und den Menschen machen und bekommt selbst reichlich davon zurück geschenkt.

 
Ich habe hier eine Checkliste, auf der man abhaken kann, was man schon gemacht hat, um sein Leben aktiv zu gestalten.

  • Mehr Klarheit über die eigenen Gaben gewonnen>
  • Fähigkeitsübersicht erarbeitet und die wichtigsten Fähigkeiten herausgeschrieben
  • Persönliche Stärken und das ideale Umfeld (DISG) herausgeschrieben
  • Werte erarbeitet
  • Wünsche ernst genommen – aufgeschrieben, eine Collage gemacht oder ein Bild gemalt
  • Den roten Faden entdeckt
  • Schriftlich gedacht
  • Menschen gefunden, mit denen Du reden kannst, die Dir Rat geben, Dich unterstützen auf Deinem Weg
  • Und zwischendrin immer wieder und immer weiter mit Kontakt suchen
  • Regelmäßig über Deine Berufung nachdenken – alleine und mit anderen

Kannst Du überall ein Kreuzchen machen? Wenn nicht – nicht verzweifeln! Nur Mut – wer sagt denn, dass Du das alles allein machen musst. Sucht Euch jemanden mit dem Ihr das gemeinsam machen könnt.

 

Abschließend noch drei Gedanken:

  • Ihr könnt sicher sein, dass Euer Leben für Gott und andere Menschen eine besondere Bedeutung hat.
  • Wir hoffen, dass Ihr durch diese Reihe etwas mitbekommen habt von der Begeisterung Gottes über Euch – unabhängig von Eurer Leistung freut er sich über Euch ganz persönlich.
  • Ihr könnt sicher davon ausgehen, dass Gott selbst Euch helfen wird – wenn Ihr ihm vertraut.

 

Ich wünsche Euch das Allerbeste und reichlich Segen!


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