Jahreslosung 2013

Wer von Euch ist schon mal umgezogen?

Also es ist doch schon ein doofes Gefühl, Deine Eltern haben einen Job in einer anderen Stadt bekommen und sagen Dir nun, dass Ihr am Ende des Jahres weg zieht.
Ins Nachbardorf oder die Nachbarstadt,  ist ja noch ok, aber Euer Vater muss jetzt in Eggesin den alten Panzerübungsplatz renaturieren.

Wer von Euch weiß, wo Eggesin liegt?

Genau, keinen blassen Schimmer.
Eggesin liegt in Mecklenburg-Vorpommern nur ein paar Kilometer von der polnischen Grenze entfernt.
Weites Land, Panzerübungsplatz halt. Allerdings gibt es dort einen Baumarkt 🙂

Und nun stellt Euch mal vor, da zieht Ihr jetzt hin!
Weit ab vom Schuss, ok, das kann man hier vielleicht auch sein, aber da, da kennt Ihr doch niemanden. Und was wird  da noch so sein? Wie weit muss ich zur Schule fahren, geht das mit dem Fahrrad oder wird das eine Busreise? Und die Lehrer… die neuen Klassenkameraden, die mögen mich doch bestimmt nicht. All diese Gedanken können einem da aufkommen.

Kennt Ihr das?

Und jetzt habe ich hier einen Bibelvers:
Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Hebr. 13,14

Toll, jetzt haben wir gerade festgestellt, dass eine neue Umgebung nicht so toll ist, und dann lesen als Jahreslosung für das kommende Jahr einen solchen Vers:

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Also eine Losung ist doch eigentlich ein Vers, der uns Mut machen soll, der uns zur Freude dienen soll. Den man mit in den Tag, in diesem Fall ins neue Jahr, nehmen kann und der einem dann vielleicht hilft, da durch zu kommen.

Aber einen Umzug? Nicht wissen, wo wir hin gehen.
Hier können wir nicht bleiben?
Aber Niederdresselndorf ist doch toll!
Die haben immer einen schönen Weihnachtsmarkt.
Und meine ganzen Freunde sind doch alle hier.
Und jetzt kommt da ein blöder Theologiestudent und sagt, wir müssen hier weg, zu so einem „blöden“ Ort wie Eggesin. 🙁

Wisst Ihr, ich bin ein stetiger Typ. Und stetige Typen haben ein Problem, sie mögen keine Veränderungen. Ganz schlimm ist es, wenn das ganz plötzlich kommt. Meine Reise zur THE ist so etwas Plötzliches. Ok, ich habe mich beworben, von daher hätte ich ja damit rechnen können, angenommen zu werden. Also kann das ja gar nicht mehr so plötzlich gewesen sein. Oh doch, Leute, ich war im Juni zu den Besuchertagen auf der THE, und dann habe ich im Juli die Zusage bekommen. Ab da konnte ich erst so richtig planen. Meine Wohnung kündigen, meine Verträge, die ich dann nicht mehr brauche. Alles ging jetzt drunter und drüber. Ich habe ja noch nebenbei gearbeitet. Meine Aufgaben bei der DLRG runtergefahren, in der Gemeinde. Die rufen auch immer wieder an und fragen mich um Rat. Das ging schon plötzlich, ich habe damit einige Lücken gerissen.
Ich hatte so einen Hals, als ich dann am 24. September losgefahren bin. Nicht hat so richtig geklappt. Wisst Ihr ich bin nicht nur ein stetiger Typ, sondern auch noch ein gewissenhafter. Und wehe, wenn das nicht läuft.
Ich wäre lieber in Cuxhaven geblieben, und hätte da bis an mein Lebensende gewohnt und von Zeit zu Zeit am Strand gelegen. Das könnt Ihr mir glauben. Ich habe daraufhin gesagt: „Ich werde nie wieder umziehen!“ Naja, Ihr könnt Euch denken, was in spätestens fünf Jahren passiert…

Kommen wir wieder zurück, was will uns der Text sagen?
Sollen wir wie die Irren umher reisen und uns keine Existenzaufbauen?
Könnte man meinen.

Aber eigentlich sagt uns der Text etwas anderes.
Wir dürfen aufschauen zu Jesus. Er hat gesagt:
„Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, würde ich euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten?“ Joh 14,2
Also muss es da sowieso für uns etwas geben. Und genau darin liegt das Geheimnis: Wir müssen nicht traurig sein, dass wir die Welt verlassen müssen, sondern wir dürfen uns
freuen, einmal bei Jesus und Gott wohnen zu dürfen. Wenn wir daran denken, dann ist es eigentlich kein Problem mehr, dass wir hier öfter mal umziehen müssen.
Gerade Soldaten und Pastoren gehören in eine solch reiselustige Gruppe.

Also: Die Jahreslosung ermutigt uns, das Leben nach vorne zu leben – auf Hoffnung hin: Neues wagen – im eigenen Leben, im Zusammenleben mit anderen, in der Kirche, in unserer Gesellschaft.

Neues wagen, weil Gott Zukunft schenkt. Das gilt auch dort, wo wir keine Zukunft mehr sehen.

Oft werden die Worte der Jahreslosung bei einer Beerdigung gesprochen. Sie drücken aus, dass Gott eine Zukunft verheißen hat – auch über den Tod hinaus. Das ist Hoffnung für die Toten und für die Lebenden.
Unsere Zukunft liegt in Gottes Hand. Und darauf dürfen wir vertrauen. Er meint es ausnahmslos gut mit uns. Auch wenn wir das nicht unbedingt immer sehen.
Wir haben mehr, als nur eine neue Wohnung hier auf Erden.

Wir haben Hoffnung! Wir haben die Hoffnung!


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