Die fünf Sprachen der Liebe

Alles, was ich hier schreibe, ist auf eine Ehe oder Partnerschaft bezogen genannt. Es passt jedoch auch in eine freundschaftliche Beziehung, oder zu einer Beziehung unter Geschwistern, zu den Kindern, usw.

Die Liebe, was ist das eigentlich, warum ist sie so wichtig?

Jesus wollte, dass die Liebe zu einem Erkennungszeichen wird:
Daran werden alle erkennen, dass Ihr meine Jünger seid, wenn Ihr Liebe untereinander habt.
Joh. 13,35

Paulus hat im 1. Korinther 13 geschrieben, dass letztlich alle menschlichen Errungenschaften wertlos sind, wenn deren Grund nicht die Liebe ist.

Liebe hat seinen festen Platz in der Gesellschaft. Aber so richtig definiert wurde es bisher nicht. Wir lieben Tiere – aber auch unsere Mutter – haben ein geliebtes Hobby – lieben einen anderen Menschen – manchmal sogar die Liebe selbst.

Aber das Wort muss auch für andere Sachen herhalten: „Das habe ich nur ihr zuliebe getan“ Ein Mann hat ein Verhältnis und nennt das Liebe, aber der Prediger Sünde. Die Frau des Alkoholikers kehrt die Scherben vom letzten Anfall ihres Mannes auf. Sie nennt es Liebe, doch der Psychologe spricht von Unterwürfigkeit. Die Eltern geben allen Wünschen ihres Kindes nach und nennen dieses Liebe, der Familientherapeut nennt es verantwortungslose Erziehung.

Was Liebe nun wirklich ist, kann ich heute Abend vielleicht nicht direkt klären, aber welche Art von Liebe grundlegend für unser seelisches Gleichgewicht ist.

Wir brauchen Liebe. Kinder z.B. die nicht geliebt werden, also nicht erfahren, dass sie erwünscht werden, werden auffällig.

Ashley z.B. die mit 13 wegen einer sexuell übertragbaren Krankheit behandelt wird. Eltern fassungslos, waren wütend auf die Schule, weil man da Sex beigebracht bekommt.
Als sie 6 war, ließen sich die Eltern scheiden, und sie dachte, ihr Vater würde sie verlassen, weil er sie nicht liebte. Dann traf sie diesen Jungen in der Schule und dachte er würde sie lieben. Sie wollte eigentlich gar keinen Sex, sie wollte nur geliebt werden.

Was ist in der Ehe? Jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden? Warum? „Wir haben uns nicht mehr geliebt…

 

Was heißt denn das? Wir wollen geliebt werden, wir haben sogar eine Sehnsucht danach.

Bevor ich zu dem eigentlichen Thema komme, möchte ich mich mit Euch mit dem Verliebtsein beschäftigen.
Es ist eine berauschende Erfahrung, die auf ihrem Höhepunkt uns völlig euphorisch macht.
Wir sind emotional von dem anderen völlig eingenommen. Wenn wir abends einschlafen, dann denken wir an ihn oder sie, wenn wir morgens aufwachen, der erste Gedanke dreht sich um den anderen. Wir sehnen uns danach, mit dem anderen zusammen zu sein.

Ein Mensch der verliebt ist, unterliegt der Illusion, dass der andere perfekt ist. Und er denkt, dass diese Liebe immer und ewig hält. Die Flugzeuge im Bauch werden immer da sein, wir werden immer so für den anderen empfinden. Nicht kann je dazwischen kommen, nichts kann diese Liebe trennen.
Aber nach und nach kommen wir auf den Boden der Tatsache zurück und merken, dass der andere verletzend sein kann, richtig wütend sein kann. Der andere ist jetzt nicht mehr so der Traum eines Partners, jetzt sehen wir plötzlich das, was wir vorher übersehen haben.

2 Jahre euphorische Phase. Was dann? Alles AUS!!!

Wenn der Liebestank des Partners gefüllt ist und er sich Deiner Liebe sicher sein kann, dann sieht die Welt ganz anders aus.

Ich habe jetzt fünf Möglichkeiten, wie der Tank des anderen gefüllt werden kann:

Die fünf Sprachen der Liebe

Sprache Nummer eins:
Lob und Anerkennung

Dialekt Komplimente

Mark Twain: „Ich kann zwei Monate von einem netten Kompliment leben.“
Respekt: 6 Komplimente pro Jahr.
Der Partner braucht vielleicht mehr…

Sprüche 18,21
Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, wird ihre Frucht essen.

Viele Paare haben noch nicht begriffen, welche Wirkung es hat, wenn man gegenseitig Lob und Anerkennung ausspricht.

Sprüche 12,25
Kummer im Herzen des Mannes drückt es nieder, aber ein gutes Wort erfreut es.

Komplimente sind wirkungsvolle Kommunikatoren in der Liebe:
Beispiele aus der Gruppe

Gary Chapman: „Ziel der Liebe ist nicht, die eigenen Wünsche erfüllt zu bekommen, sondern zum Wohlergehen des geliebten Menschen beizutragen. Tatsache ist aber auch, dass wir durch jedes Lob motiviert werden, uns dem anderen erkenntlich zu zeigen.“

Dialekt Ermutigende Worte

Ermutigen heißt nicht „unter Druck setzen“ Ermutigen kann man nur bei einem bestehenden Interesse.
zum Beispiel das Thema Abnehmen

Wir müssen erst mal herausfinden, was unserem Partner wichtig ist.

Dialekt Freundliche Worte

Liebe ist Freundlichkeit
Es kommt auf den Tonfall an.
Ich liebe Dich! – Ich liebe Dich?

Wenn der Partner harte Worte gegen Dich verwendet, dann antworte freundlich und zeige ihm so, dass Du nicht zurückschlagen willst, und den hitzigen Streit noch anheizen willst.

Die Liebe rechnet das Böse nicht auf.
Vielleicht hast Du bereits jemanden mit Deinen Worten verletzt. Das kann man nicht rückgängig machen, aber Du kannst um Vergebung bitten.

Dialekt Höfliche Worte

Die Liebe bittet und stellt keine Forderungen
Ehemann: „Weißt Du, ich hätte mal wieder so richtig Appetit auf Deine Apfelkuchen. Passt es Dir, sie diese Woche mal zu machen? Die schmecken immer so lecker!“ Damit kann die Frau ihrem Mann ihre Liebe zeigen. Anders klingt es hingegen: „Ich habe schon ewige Zeiten keinen Apfelkuchen mehr von Dir gekriegt. Wann bequemst Du Dich endlich, mal wieder welche zu machen?“

 

Sprache Nummer zwei:
Zweisamkeit – die Zeit nur für Dich

Ungeteilte Aufmerksamkeit
Es ist gut, auch mal nur Zeit für seinen Partner zu haben.

„Wichtig an der Zeit, die man bewusst mit dem anderen verbringt, ist die Zuwendung. Allein auf die räumliche Nähe kommt es nicht an… Zweisamkeit ist ungeteilte Aufmerksamkeit.“

Dialekt Zwiegespräch

Im Gegensatz zum Lob ist beim Zwiegespräch das Hören wichtig.

Zeitung lesen

Tipps:
1. Halte Augenkontakt, wenn Dein Partner mit Dir redet
2. Nichts anderes nebenbei machen, wenn Ihr ihm zuhört
3. Genau hinhören, was den anderen bewegt
4. Beachte die Körpersprache
5. Den Partner nicht unterbrechen, wenn er redet.

Zu einer guten Kommunikation ist aber nicht nur das verständnisvolle Hören wichtig sondern auch, dass man sich dem anderen öffnet. Wenn eine Frau sagt: „Ich wünschte mir so, dass mein Mann mit mir redet. Ich weiß nie, was er wirklich denkt und fühlt.“

Nicht alle haben Schwierigkeiten mit ihren Gefühlen, aber wenn es um das darüber reden geht, haben wir alle mit unserer Persönlichkeit zu kämpfen.

Es gibt zwei Persönlichkeitstypen:
Der erste ist der „Totes-Meer-Typ“. Ihr kennt das Tote Meer: Aus dem See Genezareth fließt der Jordan in das Tote Meer. Dort bleibt das ganze Wasser, es fließt nicht ab.
Im Laufe eines Tages wird dieser Typ ganz viele Erfahrungen, Gefühle und Gedanken gehabt haben. Er speichert sie alle ab. Er ist zufrieden, wenn er darüber nicht reden muss.

Dann ist da der andere Typ, der „plätschernde Bach“. Ihr ahnt schon, da sprudelt alles wieder raus, manchmal liegen nicht mal 60 Sekunden dazwischen.

Häufig heiratet ein plätschernder Bach ein Totes Meer. Gegensätze ziehen sich an. Aber nach fünf Jahren Ehe, wacht der Bach auf und denkt: „Jetzt sind wir schon fünf Jahre verheiratet, aber ich kenne ihn immer noch nicht…“
Das „Tote Meer“ hingegen: „Ich kenne sie jetzt schon viel zu gut. Ich wünschte, sie würde mir mal eine Pause gönnen.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Tote Meere können das Reden und plätschernde Bäche das Zuhören lernen.

Ein erster Schritt, könnte sein, sich für jeden Tag eine Zeit auszumachen, in der man sich drei Dinge erzählt, die einem an diesem Tag passiert sind, und welche Gefühle man damit verbindet.
Im Laufe der Zeit wird das Reden einfacher und die Zeiten länger.

Dialekt Gemeinsame Unternehmungen

Das kann alles sein, was Euch Spaß macht. Die Betonung liegt aber nicht darauf, was Ihr tut, sondern warum Ihr es tut. das Ziel ist es, gemeinsam etwas zu erleben und am Ende nach Hause zu kommen und zu denken: „Ich bin ihm/ihr wichtig. Er/sie hat gerne etwas mit mir unternommen.“

Ein anderes Beispiel:
Ich sitze auf dem Sofa vor dem Fernseher, zappe so durch die Programme. Meine Freundin sagt auf einmal: „Das Wetter ist grad echt schön, da könnte man einen Spaziergang machen…“ Ich: „Jou, könnte man…“, und zappe weiter.
Falsch: Ich stehe natürlich auf und ziehe mir die Schuhe an und gehe raus. Auch wenn es grad überhaupt nicht mein Ding ist. Aber ich habe grad ein Bedürfnis meiner Freundin gestillt und ihr so meine Liebe gezeigt.

 

Sprache Nummer drei: Geschenke, die von Herzen kommen

In jeder Kultur spielt das Schenken eine unverzichtbare Rolle im Liebesleben der Menschen.
Wenn ich jemandem ein Geschenk machen möchte, dann beschäftige ich mich gedanklich mit ihm. „Sie hat sich tatsächlich an meinen Geburtstag erinnert.“

Das Geschenk ist das Ergebnis des Gedankens. Egal ob es Geld gekostet hat oder nicht. Was wir zum Geschenk machen, bleibt allein unserer Phantasie überlassen. Jedoch ist nicht nur der Gedanke wichtig. Es ist vor allem wichtig, das der Gedanke zum Kauf des Geschenks animiert hat, das dem anderen zeigt, wie lieb sie ihn haben. Geschenke können die tollsten Formen, Farben und Größen haben, teuer sein oder auch gar nichts kosten. Für den, dessen Sprache der Liebe Geschenke sind, ist es eher unwichtig, wie viel sie gekostet haben, es sei denn, es passt so gar nicht zum Haushaltsbudget. Wenn ein Millionär seiner Frau immer nur billige Geschenke macht, dann fragt sie sich bestimmt irgendwann, ob das wirklich ein Ausdruck seiner Liebe ist. Doch, wenn die Finanzen gerade angespannt sind, kann ein einfaches Geschenk sehr, sehr viel bedeuten.

Wenn Ihr diese Liebessprache lernen wollt, dann kann es sein, dass Ihr Eure Einstellung zum Geld ändern müsst.

Ich möchte noch auf ein Geschenk hinweisen, das Geschenk unserer Anwesenheit.
Das Geschenk ist oft mehr wert, als jedes materielle Geschenk. Es bedeutet, da zu sein, wenn der andere einen braucht.

Die Sprache „Geschenke“ ist am leichtesten zu lernen.

 

Sprache Nummer vier: Hilfsbereitschaft

Hilfe im Alltag. Für manche Menschen ist es das größte, wenn der Partner im Haushalt mit anfasst. Das ist für den schon der größte Liebesbeweis.
Jesus gab uns ein schlichtes aber beeindruckendes Beispiel dafür, wie man Liebe durch einen Dienst zum Ausdruck bringt: In Johannes 13,3-17 hat er den Jüngern die Füße gewaschen. Burkhard hat am Sonntag davon erzählt. Jesus gab ihnen anschließend den Auftrag einander zu lieben. einige Zeit vorher hat er gesagt, dass diejenigen, die in seinem Reich groß sein wollten, anderen dienen müssten. Paulus hat es in den Worten zusammengefasst: „Dient vielmehr einander in Liebe.“

Wenn wir diese Liebe erlernen wollen, dann heißt das für einige von uns, dass wir unser Rollenverständnis neu überdenken müssen.

Christian tat das, was wir normalerweise tun. Er übernahm einfach das Rollenmodell seiner Eltern, doch leider nicht komplett. Sein Vater wusch das Auto, mähte den Rasen. Das tat Christian nicht und doch war das sein Bild von dem, was ein Ehemann tun sollte. Jedenfalls konnte er sich nicht das Wohnzimmer saugen oder die Windeln wechseln sehen. Er war allerdings dazu bereit, sein Rollenverständnis zu verändern, als er merkte, wie wichtig seiner Frau Maria diese Dinge waren. Das müssen wir letztlich alle tun, wenn die Liebessprache unseres Partners etwas fordert, das mit unserem Rollenverständnis nicht übereinstimmt.

Auch hier ist nochmal zu beachten: „Jede Bitte weist der Liebe den Weg, jede Forderung bringt sie zum Erliegen“

Sprache Nummer fünf: Zärtlichkeit

Altbekannte Tatsache: Zärtlichkeiten sind ein Ausdrucksmittel der Liebe.

Kleinkinder, die in den Arm genommen werden, entwickeln sich seelisch gesünder als Kinder, die über längere Zeit ohne Körperkontakte ausgekommen mussten.

Das ist keine moderne Erkenntnis:
Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrührte. Markus 10,13

Aber Zärtlichkeiten gehören auch in die Beziehung zwischen Mann und Frau in der Ehe. Dazu gehören das Berühren der Hände, das Küssen und Umarmen und natürlich der Sex.
Für manche Menschen sind diese Zärtlichkeiten die Muttersprache der Liebe, ohne sie fühlen sie sich ungeliebt.

Berührungen können eine Beziehung knüpfen oder zerstören. Sie können Liebe oder Hass vermitteln.
Es wichtig, darauf zu hören, welche Berührungen der Partner mag und welche nicht. An einigen Stellen wird der Partner lieber berührt als an anderen. Es ist gut, mit dem anderen darüber zu sprechen.

Eine liebevolle Berührung kann fast überall als Ausdruck von Zuneigung empfunden werden. Aber nicht jede Berührung wird gleich empfunden.

Berührungen können von der Massage aber auch im Vorübergehen ausgetauscht werden.

In Krisenzeiten umarmen wir uns fast instinktiv. Warum? Weil Körperkontakt eine deutliche Sprache spricht. Mehr als zu anderen Zeiten brauchen wir in Krisenzeiten das Gefühl geliebt zu werden.

 

 

So, nun die Sprachen kann man lernen. Es kommt aber nicht darauf an, wie schnell man etwas gelernt hat, sondern wie gut man es gelernt hat.

Welches ist Deine Liebessprache?
Für manche ist es leicht, die eigene und die Liebessprache des Partners zu nennen, für andere aber nicht.
Ich möchte hier drei Wege nennen, wie Ihr Eure Liebessprache herausfinden könnt:

  1. Was tut der Partner, oder was tut er nicht, das Dich tief verletzt. Das Gegenteil von dem, was Dich verletzt, ist wahrscheinlich Deine Liebessprache.
  2. Um was bittet Dich Dein Partner am häufigsten? Oft gibt uns das, um was wir am häufigsten bitten, das Gefühl, geliebt zu sein.
  3. Auf welche Weise zeigst Du Deinem Partner regelmäßig, dass Du ihn liebst? Deine Methode, dem Partner Deine Liebe zu zeigen, könnte bedeuten, dass Du Dich dadurch auch besonders geliebt fühlen würdest.

Das alles kann man aber nur durchziehen, wenn man sich dazu entscheidet. Wenn man sich zur Liebe entscheidet.

Darin liegt der Unterschied zum Verliebtsein.

Wer vorhin bei der ersten Sprache aufgepasst hat, der kann sich vielleicht daran erinnern, was das Ziel der Liebe ist.

Walter Nietsche vom CPD hat eine Definition von Liebe gegeben:
„Lieben heißt, die wahren Bedürfnisse des anderen zu erforschen und zu stillen zu suchen.“

Gut, für den, der noch mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich das Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“ von Gary Chapman. Mittlerweile ist es schon zig-mal neu aufgelegt worden. Es gibt mittlerweile auch Ableger, zum Beispiel für Wenigleser als Comic, oder für die Beziehung zwischen Eltern und Kindern.

Noch eine kleine Warnung des Autors:
„Wer die fünf Sprachen der Liebe kennt und die Muttersprache des Partners beherrscht, muss mit radikalen Verhaltensänderungen rechnen.“

Die Powerpointpräsentation findest Du hier: Be my Valentine!


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