Jahreslosung 2014

Gott nahe zu sein ist mein Glück - Psalm 73,28

Quelle: www.wortimbild.de

Was ist Glück?

Dazu fragt man erst mal Wikipedia:
„Als Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens ist Glück ein sehr vielschichtiger Begriff, der Empfindungen vom momentanen Glücksgefühl bis zu anhaltender Glückseligkeit einschließt, der uns aber auch als ein äußeres Geschehen begegnen kann, z.B. als glücklicher Zufall oder als eine zu Lebensglück verhelfende Schicksalswende.“

Aber: Was macht glücklich?

Dazu fällt mir folgendes ein: „Geld macht glücklich!“ Eine Studie dazu hat ergeben, dass dies nur zum Teil stimmt. Wie neulich auf Pro7 bekannt gegeben wurde, macht Geld nur bis zu einem Jahreseinkommen von 58.000€ glücklich. Danach stagniert das Gefühl.

Daraus folgt der nächste Spruch: „Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein.“

Aber stimmt das?
Wenn ich da an Dagobert Duck denke, der immer wieder Angst vor den Panzerknackern und Gundel Gaukley haben muss, dann beruhigt es nicht. Ein Neurologe hat in der Reportage „Auf der Suche nach dem Glück“ von Anke Engelke gesagt, dass Geld nur glücklich macht, wenn Du es teilst und verschenkst. Das ist neurobiologisch nachweisbar.

Es gibt an die 10.000 Studien zum Thema Glück. Laut der Uni Rotterdam leben die glücklichsten Menschen in Costa Rica (weltweit), Schweden (europaweit) und Schleswig-Holstein (deutschlandweit). Die unglücklichsten leben in Togo, Bulgarien und Brandenburg.

Was braucht ein Mensch um glücklich zu sein?
Manche sagen:

  • meine Frau
  • die Liebe
  • eine positive Lebenseinstellung

Eine positive Lebenseinstellung?

Samuel Koch, der bekannt wurde durch seinen schweren Unfall in der Sendung „Wetten, dass…?“, sagte „Man kann auf jedem Niveau glücklich sein.

Ich möchte Euch mal einen Jungen vorstellen:
Tobias Klein, 11 Jahre, litt an Leukämie. Seine Knochen wurden mürbe durch die Chemotherapie. Er musste zwischendurch sogar eine Halskrause tragen, weil seine Halswirbel nicht mehr halten wollten.
Seine Mutter erzählt, es ist nicht einfach, man muss ständig die Koffer gepackt haben, weil es jederzeit sein kann, dass man ins Krankenhaus fahren muss. Es ist alles gut und zwei Stunden später sieht es übel aus.
Tobias sagte: „Ich bin glücklich, wenn es mir gut geht und meinen Eltern.“
Kranke Kinder finden Gesundheit als das große Glück. Tobias war nicht unglücklich, er musste sich zwar mit seinen 11 Jahren Gedanken um sein Testament machen, aber im Gespräch mit Anke Engelke antwortete er  auf die Frage: „Warum heulst Du nicht?“ – „Weil das eh nichts bringt. … Man muss einfach alles positiv sehen.“  – „Aber dass Du nicht mehr leben darfst, kann ich nicht positiv sehen.“ – „Die einen sterben früher, die anderen später…“ Ich bewundere den Mut des kleinen. Er wirkte nicht unglücklich, er spielte mit seinen Freunden, als wenn nichts sei. Er starb vor zwei Monaten.

Sarah Lieder, ein Mädchen, das Magenkrebs hatte, sprach über die große Narbe auf dem Bauch: „Die Narbe zeigt doch, dass ich etwas geschafft habe. Ich kann stolz auf sie sein.“
Sie geht sehr gerne im Bikini schwimmen.

Die meisten Menschen machen Glück nur an ihren Lebensumständen aus.

Die Jahreslosung sagt da anderes: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ Psalm 73,28

Dabei beschäftigt sich der Psalm 73 gar nicht mit einer glücklichen Situation. Der Psalmbeter schreibt, dass es lauter Güte für Israel gibt, er selbst aber fast gestrauchelt wäre. Er kommt nicht damit klar, dass sich Menschen weder um Gott, noch um andere scheren, es ihnen aber anscheinend viel besser geht, als ihm. Fast hätte der Schreiber sein Vertrauen in Gott verloren. Sie erheben sich über Gott und werden nicht bestraft. Im Gegenteil, sie werden erfolgreicher, was sie wiederum als Anlass nehmen sich über Gott zu erheben. Und damit ziehen sie auch noch andere in den Bann.

Das klingt nach heute!
Geht es nicht gerade denen gut, die sich nicht um andere kümmern und sogar ausnutzen. zum Teil sogar menschenverachtend? Es scheint doch, als sei der Ehrlich der Dumme. Ich kann den Psalmbeter gut verstehen. Er bleibt allerdings nicht darin stecken, denn er merkt, dass diese Grübeleien ihn kaputt machen und von Gott weg bringen.
Er bricht aus und begibt sich wieder in Gottes Nähe.

Der Vers hat zwei Aussagen:
Die eine ist „Gott ist mir nahe“

Kann ich Gottes Nähe überhaupt aushalten, im Alten Testament lesen wir, dass Menschen sterben, wenn sie Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Es gab nur wenige die sich ihm stellvertretend nähern durften.
In Jesus hat Gott selbst die Nähe zu sich überlebbar gemacht.
Das Bild vom Weinstock und von den Reben macht es deutlich, dass wir Gott nahe sein dürfen.

Die zweite Aussage ist „Ich bin Gott nahe“. Der Psalmbeter merkt „Ja, wer dir fern ist, geht zugrunde“. Es hängt alles davon ab, ob wir in Gottes Nähe bleiben. In Gottes Nähe erkennt der Beter, was wirklich zählt. Nichts kann mit der Nähe Gottes Konkurrenz aufnehmen. Sie ist gut für ihn, sie ist seine Freude, sie ist sein Glück.

Was ist mein Glück?

Fällt mir da zuerst Gottes Nähe ein?
Wie oben schon genannt, fällt da doch eher so etwas wie meine Frau, meine Familie oder der Erfolg im Beruf ein. Vielleicht die Gesundheit oder die finanzielle Unabhängigkeit. Das ist nicht falsch, ich darf das genießen. Allerdings kann das alles zwischen mir und Gott stehen, wenn das mein einziger Wert ist.
Wir müssen sie alle abgeben, wenn wir sterben. Das Einzige das bleibt, ist Gott. „Du leitest mich nach deinem Ratschluss und nimmst mich am Ende auf in Herrlichkeit.“

Ich komme bei Gott nicht zu kurz. Er schenkt mir, soviel ich brauche. Ich bin nicht allein mit meinen Fragen und meiner Verzweiflung, meiner Schuld. Er begegnet mir auch in Menschen an meiner Seite. Selbst wenn ich mich von ihm entferne, auch ohne es zu merken, bleibt er mir doch nahe. Das ist mein Glück.

Wie kann ich Gott nahe sein?

Ich habe hier fünf Punkte, die Ansgar Hörsting, Präses des Bundes FeG,  aufzählt, gefunden:

  1. Im Vertrauen auf Jesus bin ich Gott nah. Jesus hat Gottes Herrschaft auf die Erde gebracht. Er hat beseitigt, was mich von Gott entfernt hat, die Sünde. Durch ihn, im Vertrauen auf das gültige und wirksame Opfer, bin ich Gott nah. Alle seine Zusagen schenkt er mir. Das ist mein Glück.
  2. Durch Jesus – in seinem Namen – kann ich beten. Manchmal fühle ich mich ausgelaugt und träge, oder wie ein ausgetrockneter Schwamm, einfach ohne Leben. Wenn ich bete, manchmal auch mit anderen zusammen, dann kehren Gottes Kraft und seine Gegenwart wieder ein. Warum rede ich so viel mit allen Möglichen, aber so wenig mit Gott? Ich kann beten, das ist mein Glück.
  3. Sein Wille für mein Leben ist gut! Seine Wege sind vollkommen (Psalm 18). Wenn ich die gehe und wenn ich tue, was er mir klar gemacht hat, dann bin ich ihm nah. Zwar lebe ich genauso von Vergebung wie immer, aber ich erfahre: es ist mein Glück, seinem Willen gehorsam zu sein.
  4. Was hat Gott mir alles geschenkt! Und er hat mich ganz individuell ausgestattet mit Gaben. Wenn ich die praktiziere, wenn ich sie in einer gewissen Einseitigkeit und mit Begeisterung lebe, dann bin ich Gott nah. Das ist keine Belohnung, es ist einfach eine Folge. Die Gaben zu leben und das weg zu lassen, was nicht zu mir passt, das ist Glück.
  5. Und dann gibt es viele individuelle Wege, wie Menschen Gottes Nähe erleben. Die  einen singen, die anderen forschen, wieder andere arbeiten praktisch. Die einen pflegen Gemeinschaft, andere suchen die Einsamkeit. Die Vielfalt ist groß, weil wir alle sehr unterschiedlich sind – zum Glück!

 

Wenn ich so darüber nachdenke, dann kann es nur mein Glück sein, wenn ich mich an Gott halte. Alles andere wird böse enden. Das mögen wir vielleicht grad nicht so sehen, aber wie wir das schon öfter mitbekommen haben stellen wir das immer erst hinterher fest.

Da habe ich aber Glück gehabt!


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