Gott erlöst sein Volk

1 Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel:Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! 2 Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen. (2Mo 14,21) 3 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich habe Ägypten für dich als Lösegeld gegeben, Kusch und Seba an deiner statt, (Jes 41,14) 4 weil du in meinen Augen so wert geachtet und auch herrlich bist und weil ich dich lieb habe. Ich gebe Menschen an deiner statt und Völker für dein Leben. 5 So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln, (Jes 11,11) 6 ich will sagen zum Norden: Gib her!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde, 7 alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe. Jesaja 43,1-7

Wer ist Jesaja und worum geht es in seinem Buch eigentlich? Wer Irlands schöne Hauptstadt besucht hat und etwas von christlicher Kultur hält, lässt sich bestimmt das Privathaus zeigen, wo eines der größten Musikwerke „Weltpremiere“ hatte. Denn am 13. April 1742 wurde dort Handels „Messias“ zum ersten Mal aufgeführt. Kein ernst zu nehmender Mensch hat je die Größe der Händel’schen Komposition in Bezug auf die Musik in Zweifel gezogen; aber was ist mit dem Libretto, den Texten dieses überaus berühmten Oratoriums? Sie stammen alle aus Gottes Wort, insbesondere aus den messianischen Weissagungen des AT. Und der Prophet, der am meisten zu diesem Libretto beigetragen hat, war ein Hebräer, der sieben Jahrhunderte vor der Menschwerdung seines Messias lebte, der auch Händels und Euer und mein Messias ist. Sein Name ist Jesaja, und er schrieb die längste und schönste und am stärksten auf den Messias bezogene Weissagung des AT.

Jesaja (hebräisch: Jeschajahu: „der HERR ist Rettung“ oder „Rettung des HERRN“) begann seinen Dienst im Todesjahr des Königs Usija (6,1; ca. 740 v.Chr.) Seine Dienstjahre erstreckten sich über die Regierungszeiten von vier Königen: Usija und Jota waren größtenteils gute Könige, Ahas war ein böser König, und Hiskia war ein sehr guter König und persönlicher Freund des Propheten Da Jesaja vom Tod Sanheribs berichtet (681 v.Chr.), lebte er höchstwahrscheinlich bis 680 v.Chr., was eine wirklich lange Dienstzeit bedeutet – 60 Jahre. Der Tradition zufolge starb Jesaja während der Regierung des bösen Königs Manasse. Das Buch Jesaja ist das am zweithäufigsten zitierte Buch des AT im NT.

Das am häufigsten zitierte sind die Psalmen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts akzeptierten praktisch alle jüdischen und christlichen Gelehrten dieses Buch als eine Zusammenhängende lange Weissagung eines einzigen begabten Schreibers. Erst durch J.C. Doederlein wurde 1795 ein „Zweiter Jesaja“ oder „Deuterojesaja“ als Autor der Kapitel 40-66 vorgeschlagen. Zwar waren die Unterschiedlichkeiten in Inhalt und Sichtweise zwischen Jesaja 1-39 und 40-66 allen aufmerksamen Lesern seit Jahrhunderten aufgefallen; doch dieses erfordert nicht unbedingt unterschiedliche Autoren. Es ging sogar noch weiter als 1892 B. Duhm die Einheit der Kapitel 40-66 verneinte und einen „Dritten Jesaja“, den „Tritojesaja“ für die Kapitel 55-66 postulierte.
Manche trieben die Sache sogar noch weiter, aber im Allgemeinen werden in liberalen Kreisen heute zwei oder drei Jesajas anerkannt. Keine frühere Tradition hat jemals zwei oder noch mehr Autoren in Erwägung gezogen; im Gegenteil: Der Glaube an die Einheit des Jesajabuches ist ganz früh und einheitlich bezeugt und nie angefochten worden. Das Buch Jesaja zeigt einen durchgängigen Plan und eine Ordnung, die mit einer Theorie über die Sammlung von Bruchstücken nicht zu erklären ist, auch nicht mit zwei oder mehr Autoren.
Die überragende Dichtung des zweiten Teils dieses Buches macht es unvorstellbar, dass solch ein Schreiber, den man um das Jahr 500 v.Chr. ansiedelt, völlig vergessen werden konnte. Immerhin wissen wir auch von den kürzesten Büchern der „Kleinen Propheten“, wer sie verfasst hat.
Die Jesajarolle aus den zweiten Jahrhundert v.Chr., die man in Qumran am Toten Meer entdeckt hat, gibt keinerlei Hinweis auf eine Zweiteilung bei Kapitel 40.
Die Bedeutung des Namens „Jesaja“ gibt auch das Hauptthema seines Buches an: „Die Rettung kommt vom HERRN“ Das Wort „Rettung“ oder „Heil“ kommt bei diesem Propheten 26mal vor, während alle anderen Propheten zusammen es nur siebenmal erwähnen. Dieses Thema weist also auf die Einheit des Buches hin: 1-39 beschreiben die verzweifelte Notwendigkeit der Rettung für die Menschen, und 40-66 zeigen, wie gnädig Gott in dieser Not entgegenkommt. Jesaja warnte die Juden, dass ihre Bosheit Strafe nach sich ziehen werde, und doch werde Gott eines Tages in seiner Gnade einen Retter sowohl für die Juden als auch für die Heiden schicken. Politisch lag Israel zwischen den Krallen der aufsteigenden Großmacht Aassyrien im Norden und denen des an Einfluss immer mehr abnehmenden Ägypten im Süden. Der zweite Teil des Buches versetzt den Propheten im Geist 200 Jahre in die Zukunft, in der Babylon die Großmacht sein würde.

Auslegung des Textes Unser heutiger Predigttext kommt aus dem zweiten Teil des Buches und zwar aus dem Teil, der sich mit dem Trost durch die Wiederherstellung Israels befasst. „Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen“ Namen ist Schall und Rauch. Was bedeutet schon ein Name. Ist die Eigenschaft eines Menschen nicht viel mehr wert?

Ich möchte Euch mal etwas erzählen, hier auf dem Dorf da kennt jeder jeden, aber in einer Stadt mit 50.000 Einwohnern sieht das etwas anders aus. Wir Ihr wisst, war ich bei der Marine. In unserem Marinefliegergeschwader „Graf Zeppelin“ gab es und gibt es immer noch jedes Jahr im Januar einen großen Neujahrsempfang. Der Kommodore, der höchste Offizier des Geschwaders, ein Kapitän zur See, lud ein. Ich gehörte und gehöre sogar noch jedes Jahr zu den Eingeladenen. Auch die lokale Prominenz ist dabei, sowie einige befreundete Verbände wie Polizei, Feuerwehr, THW und auch die DLRG. Während eines Gespräches mit dem Geschäftsführer des örtlichen Energieversorgers kam der Oberbürgermeister der Stadt Cuxhaven auf uns zu, begrüßte uns, es gab eine kleine Vorstellung und dann waren wir zusammen im Gespräch.
Irgendwann im Sommer ließ ich als Autofahrer jemanden über die Straße, der sowieso schon mitten draus stand. Ich habe erst gar nicht bemerkt, dass es sich um den OB handelte. er bedankte sich, sah nochmal ins Auto, erkannte mich und grüßte noch mal. Ich habe das erst gar nicht so gesehen, das kam erst weitere zwei Monate später, als er mir auf seinem Nachhauseweg vors Fahrrad lief. Ihr werdet’s vielleicht nicht glauben, aber der Mann, der eine Stadt mit 50.000 Einwohnern regiert und weiß Gott mit wievielten Menschen zu tun hat und sowieso einiges andere im Kopf hat – er begrüßte mich mit meinem Namen! Ich war baff, das hätte ich nicht erwartet, aber irgendwie war es ein cooles Gefühl, der OB kennt meinen Namen, er weiß wer ich bin.

Wie wichtig ist der Name für einen Menschen. 

Wie ist das, wenn man einem Menschen den Namen wegnimmt. Ich denke da an Diktaturen oder an Gefangenenlager, wo Menschen nur noch eine Nummer sind. Von den Nummern im KZ, die den Gefangenen eintätowiert worden sind, wissen wir. Wie schlimm ist das, wenn man Menschen nach Allem auch noch den Namen, die Identität wegnimmt. Was bleibt da über – auch nach dem eigenen Gefühl. 

Wir kennen ja auch die Aussprüche, dass Jemand nur eine Nummer ist. Das will sagen, er ist nur einer, wie eine Ameise im Ameisenhaufen, jederzeit austauschbar. Ihn oder sie braucht man nicht wirklich, sie sind jederzeit durch Andere ersetzbar. Könnt Ihr nachvollziehen, wie man sich da fühlt? Und dann könnt Ihr auch nachvollziehen, wie es Menschen gehen muss, die um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, die dann eben auch nur eine Nummer sind, die nicht mehr gebraucht wird.
Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, mein Name ist viel mehr als nur ein Etikett, das mich von anderen unterscheidet. Mein Name, das bin ich!

Wie war das eigentlich mit den Namen? In der Bibel sind Namen oft Programm. So wird Jesaja aufgefordert, seinen Sohn „Eilebeute Raubebald“ zu nennen. Dem Volk soll damit vor Augen gehalten werden, wie gefährlich es lebt und dass es überrannt und deportiert werden wird, wenn es sich nicht ändert. Wir wissen heute: Es wurde deportiert!

Manchmal gibt es auch einen neuen Namen. Da ist Jakob. Jakob heißt Überlister. Später muss er in der Nacht am Bach Jabbok mit einem Mann, vielleicht einem Engel ringen. Und der gibt Jakob einen neuen Namen „Israel“ – Gotteskämpfer.

Auch von Simon, dem Jünger wissen wir dass er einen neuen Namen bekommen hat: Petrus, der Fels. Das muss ihm gut getan haben, denn er fühlte sich wohl eher wankelmütig, jedenfalls so gar nicht als Fels. 

Vielleicht habt ihr es gemerkt, die Leute haben nur immer einen Namen. Wenn das nicht ausreichte, wurde noch der Name des Vaters genannt: Simon, Sohn des Johannes, spricht Jesus ihn zum Beispiel einmal an.
Das ging so, eigentlich bis ins Mittelalter. Mit Aufkommen der Städte und des Lehnswesen begann man die vielen gleichlautenden Leute durch Beinamen zu unterscheiden. Der Adel aber auch die Bauern nannten sich nach ihren Burgen und Höfen: Am Tor, zur Linden. Oder auch nach Herkunft: Bayer, Schwab, nach Stand und Gewerbe: Bauer, Kaufmann, Müller. Nach Hausname: Rose, Einhorn. Oder nach geistigen oder körperlichen Eigenschaften: Schwarz, Dickkopf, Fröhlich, Stolz. Erst ab 1500 hat sich die Namensbezeichnung, wie wir sie heute kennen, durchgesetzt, mit Vor- und Familiennamen.

Namen haben aber auch noch eine andere Bedeutung. Ich erinnere an den zweiten Schöpfungsbericht. Gott stellte da fest, der Mensch sollte nicht so allein sein, so machte er Tiere und ich sehe ihn so richtig vor mir, wie er sie dem Menschen bringt, ein Huhn, ein Kaninchen, eine Katze, sie ihm zeigt, vielleicht ein wenig stolz, und ihn auffordert, ihnen Namen zu geben. Der Mensch soll über die Tiere herrschen, eigentlich soll er sie bewahren und auf sie aufpassen, es sind ja Gottes Geschöpfe. Mit der Namensgebung bekommt der Mensch Macht über die Tiere. Name und Macht!

Ist es nicht auch so, wenn wieder mal eine furchterregende Krankheit auftaucht. Wenn sie einen Namen hat, ist sie nur halb so gefährlich! Es ist wohl so, dass man eine gewisse Macht bekommt, wenn die Dinge einen Namen haben. Die Krankheit ist immer noch gefährlich, aber jetzt hat sie einen Namen, man kann mit ihr umgehen. 

Mir kommt der Gedanke, wie ist das mit Gott selbst. Er hat keinen Namen. Ist irgendwie logisch, er braucht auch keinen, es gibt ja nur einen Gott. Die Menschen der Bibel hatten großen Respekt davor, das Wort Gott überhaupt auszusprechen. So gibt es Umschreibungen: Herr, Adonai. Vor dem brennenden Dornbusch, ihr erinnert euch, fragt Mose Gott, wer bist du denn überhaupt. Und Gott antwortet: „Ich bin der ich bin“ oder anders übersetzt „Ich werde sein“, oder auch „Ich werde da sein“ Auf Hebräisch heißt das „Jahwe“ oder auch „Jehova“. Wie genau, weiß man nicht, Hebräisch kennt keine Vokale, so steht da nur „JHWH“.

Ist das nicht etwas ganz besonderes, dass Jesus dann wieder einen Namen hat. Jesus ist für uns Gottes Sohn, aber er wurde so sehr Mensch, dass er auch einen Namen nötig hatte, das hat auch was mit der Solidarität mit uns Menschen zu tun.

Zurück zu unserem Predigttext. Es macht mich irgendwie stolz, dass Gott so sehr auf meiner Seite steht. Er kennt meinen Namen. Er kennt mich, und er weiß alles über mich. Zwar werden Sorgen und Nöte, Gefahren und Bedrängnisse kommen, aber, so sagt unser Predigttext, sie werden mir nichts anhaben: 
 „2 Wenn du durch Wasser gehst will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersaufen sollen, und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen und die Flamme soll dich nicht versengen“ 
Das ist wohl auch der Grund dafür, dass gerade dieser Text so oft als Taufspruch benutzt wird. Dem Täufling wird auf den Weg gegeben: Gott kennt dich, Gott ist bei dir und beschützt dich. Womöglich kommst du in schwierige Lagen, aber Gott wird dich nicht allein lassen. 

Mir kommt der Gedanke, was ist da eigentlich der Unterschied zu „Prism“ und „Tempora“, den Spionageprogrammen der USA und England. Auch da versuchen Leute uns zu beschützen. Und doch kriegen wir Gänsehaut, wenn wir darüber nachdenken. Was wissen Sicherheitsbehörden wohl alles über uns. So, wie wir ein komisches Gefühl kriegen, wenn uns ein Polizist ansieht. Ja, wo ist der Unterschied, ob Gott alles über uns weiß oder der Englische Geheimdienst. Also, wenn in meinem Schlafzimmer ein völlig fremder Mensch herumstöbert, das fände ich nicht gut! Das geht gar nicht!

Ich will hier für mich sprechen. Gott kennt mich. Er kennt meine Fehler und meine Stärken, und er weiß, wie ich es gewollt, auch wenn es daneben geht und ich es vielleicht nicht geschafft habe. Und er betrachtet mich wohlwollend. Er will mir keinen Schaden zufügen, er will nicht dass ich leide. Ich weiß, dass ich mich ihm getrost anvertrauen kann. 

Die Sicherheitsdienste mit ihren gigantischen Computern kennen mich ja gar nicht, auch die Computer natürlich nicht. Für sie bin ich eine Nummer, und wenn die Algorithmen, die sie sich ausgedacht haben, die ich nicht kenne und womöglich auch nicht verstehen würde, zufällig auf mich, auf meine Korrespondenz, auf meine Google Anfragen, Facebook-Einträge u.ä. zutreffen, dann suchen sie mich heraus. Und dann habe ich ein Problem. Und die Sicherheitsdienste sind mir nicht wohlgesinnt, weil sie ja hinter jedem Menschen einen Terroristen vermuten, vielleicht sogar müssen. Also, der Unterschied ist berechtigt, so finde ich.

Vers drei begründet noch einmal, warum hier eine Zusage gemacht werden kann: „Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland.“ Wer sonst hat die die Macht, dieses zu tun. Es reichte anscheinend nicht aus, einfach nur zu sagen, dass Gott sein Volk beschützt. Anscheinend war es notwendig, zu sagen, wer sie beschützt. „Ich habe Ägypten für dich als Lösegeld gegeben, Kusch und Seba an deiner statt, …“ Ägypten, das Land der Pharaonen, die Pharaonen sahen sich als Götter. Ägypten war mächtig, groß, herrlich, unbesiegbar… Es geht hier nicht darum, dIsrael ein schlechtes Gewissen zu machen, dass Gott Ägypten „opfern“ musste, nein, es war eine Zusage, ein Zeichen, dass selbst Ägypten, das große Land, gegen Gott keine Chance hatte. weil du in meinen Augen so wert geachtet bist 4 weil du in meinen Augen so wert geachtet und auch herrlich bist und weil ich dich lieb habe. Ich gebe Menschen an deiner statt und Völker für dein Leben. Israel war in Gottes Augen wert geachtet, wertvoll. Das kleine Land Israel war wertvoller als die anderen Länder herum. Das ist genau die Aussage in diesem Vers, Gott wird die Heidenvölker ins Gericht nehmen, damit Israel wieder ins geheiligte Land kommen kann. „Jesaja 11,11 Und der Herr wird zu der Zeit zum zweiten Mal seine Hand ausstrecken, dass er den Rest seines Volks loskaufe, der übrig geblieben ist in Assur, Ägypten, Patros, Kusch, Elam, Schinar, Hamat und auf den Inseln des Meeres“.

5 So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln
Die Verse 5-7 beschreiben diese Zusammenführung Israels. Es geht hier wieder los, mit einer Zusage: „Fürchte Dich nicht, denn ich bin bei Dir.“ Jesaja 41,14 Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du armer Haufe Israel. Ich helfe dir, spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige Israels.“ Gott wird Israel wieder zusammen führen, sein Volk wird wieder eins werden. Das passiert übrigens immer noch. Ich habe schon einige Male gelesen, dass Juden aus der ganzen Welt den Ruf gehört haben, wieder ins Heilige Land zu ziehen, und sie tun es. Ich habe sogar von Menschen gelesen, die den gleichen Ruf hatten, also plötzlich die Vision oder Gedanken, nach Israel zu ziehen, obwohl sie sich nicht erklären konnten warum. Erst Nachforschungen ergaben, dass sie Juden waren. Das war irgendwann verloren gegangen, und diese Generation wusste es nicht mehr.

„6 ich will sagen zum Norden: Gib her!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde, 7 alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe.“

Im Vers 1 steht: Und nun spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel…“
Wen spricht Jesaja denn da an. Natürlich sein Volk Israel. Das tut er in dichterischer Sprache, indem er wichtige Stellen mit anderen Worten wiederholt. Und das mit dem Namen Jakob und Israel, Überlister und Gotteskämpfer hab ich vorhin ja erläutert. Also, das sind Bezeichnungen für das Volk Israel.

Und mit welchem Recht münzen wir das nun auf uns. Können wir so einfach die alten Zusagen, die dem Volk Israel gegeben worden sind, auf uns anwenden?

Nein, ganz so einfach ist das nicht.

Es gibt Jesus. Und Jesus hat dafür gesorgt, dass wir, seine Nachfolger und sein Volk sind. Dadurch, dass wir uns zu Jesus bekennen, sind auch wir zum Volk Gottes geworden und es gelten auch für uns die Zusagen, die dem Volk Israel gemacht worden sind.

Also Ja, es ist doch einfach.

Wir haben in der Jugend gerade eine Themenreihe am Laufen: „einfach…“ die einzelnen Themen lauten „einfach geliebt“, „einfach sein“, „einfach lieben“, „einfach empfangen“ und „einfach frei“.

Am ersten Abend habe ich das Wort „einfach“ mal auseinander genommen: Wenn wir sagen: „Das Puzzle ist aber einfach.“ dann ist das Wort eine Beschreibung wie das Puzzle ist. Da ist das Wort „einfach“ ein WIE-Wort. Oder besser ausgedrückt: ein Adjektiv. Wenn wir das Wort „einfach“ aber woanders verwenden, z.B. in „Kannst Du mich einfach mal in Ruhe lassen?“ „Kannst Du nicht einfach mal woanders spielen?“, dann verwenden wir Deutschen das Wort nicht mehr als Adjektiv, sondern als Partikel. Partikel sind einfach Teilchen, Wörter, die man auch weglassen könnte.

Warum erzähle ich das jetzt. Ich habe das auch in der Jugend gesagt, wenn es darum geht, dass wir uns von Gott lieben lassen, von Gott beschützen lassen, ihm vertrauen, dann ist dieses Wort „einfach“ oft gar kein Artikel, dann ist „einfach“ oft einfach nur schwer…
Jesus hat sich entschieden uns zu lieben. Damals, als er sich hat ans Kreuz schlagen lassen, damit wir gerettet werden können, da hat er wohl die größte Entscheidung getroffen, die er hätte treffen können. Da hat er entschieden, uns zu lieben und für unsere Sünden zu sterben. Es war für ihn auch nicht einfach. Aber weil er sich entschieden hat, darf es für uns einfach werden, diese Liebe anzunehmen, die Rettung, den Trost.

Wir brauchen uns nicht mehr zu fürchten, weil ER bei uns ist.
Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?

Amen