Himmelfahrt oder besser bekannt als Vatertag

Beispielbollerwagen

Ich habe heute viele Karikaturen gesehen, die von dem Thema handelten, ich habe Andachten und Predigten dazu gelesen.

Irgendwann dachte ich mir: „Boah, nicht schon wieder…!!!“

Aber dann war ich heute am Strand in Cuxhaven unterwegs. Da waren so viele Bollerwagen unterwegs und in den wenigsten waren Kinder oder Sandspielzeug.

Die meisten waren echt fröhlich am Feiern, am Strandhaus in Döse waren auch zwei DJs, die musikalisch noch einen drauflegten und gegen die Musikboxen mancher Bollerwagen echt ankämpfen mussten.
Andere hatten echt Schwierigkeiten, sich auf den Beinen zu halten.

Dass die wenigsten Väter waren, brauch ich ja nicht schreiben, denn das ist ja jedes Jahr so, aber während Der Postillion zum Muttertag satierte, dass die Polizei so viele Muttertagsausschreitungen erwartet, habe ich heute gemerkt, dass viele Mädels unterwegs waren, mit und ohne Bollerwagen.

Jetzt ist der Vatertag also auch schon kein Vatertag mehr, dem Gleichberechtigungsstreben zum Opfer gefallen.

In meiner Kindheit war der Tag ein Familientag. Wir wanderten mit der Feuerwehr zu einem Grillplatz außerhalb der Stadt. Ja, Feuerwehr, und ja, da floss auch Alkohol. Aber so betrunken, dass man kaum noch stehen, geschweige denn nach Hause laufen konnte, das gab es nicht. Aber es gab viel Gemeinschaft mit den Familien.

Und heute ist der Vatertag fast schon ein Überlebenskampf. (Eben sprang sogar einer in die Kälte Nordsee, um seinen Ball wieder herauszuholen.)

Der Vatertag, dessen eigentliche Bedeutung doch die Himmelfahrt Christi ist. Die Himmelfahrt bei der Jesus zu seinem Vater gegangen ist, um unsere „Wohnungen in des Vaters Haus zu bereiten“.

Wer von den Bollerwagenlenkern kennt diese Begebenheit?
Was hat es überhaupt damit auf sich?

Jesus kam auf die Welt, weil Gott, der Vater, die Kluft zwischen ihm und den Menschen überwinden wollte. Diese Kluft haben wir selbst geschaffen, indem wir uns immer weiter von Gott weg bewegt haben.
Aber Gott liebt uns und es tat ihm weh, dass wir nichts von ihm wissen wollten.
Also überlegte er sich eine Methode, wie er mit und kommunizieren konnte, und wir ihn verstehen können. Das muss man sich so vorstellen, als würde der Mensch zu Ameisen sprechen wollen. Wenn der Mensch keine Ameise wird, wird das nichts…

Und so kam Jesus als Baby, in den ärmsten Verhältnissen, die man sich vorstellen kann. Er erlebte, wie sich die Menschen fühlten. Er lernte sie kennen, er lernte sie verstehen. Die Gelehrten werden jetzt sagen: „Moment mal, Gott ist doch Gott und er musste doch nicht erst lernen, die Menschen zu verstehen!“ Ja, das mag sein. Aber wenn Gott einfach so zu uns gekommen wäre, dann hätte ihm niemand zugehört. „Mach erst mal durch, was wir durchgemacht haben!“
Und das tat er. Er ging sogar noch weiter und nahm unsere Schuld auf sich. Statt zu sagen: „Menschen, Ihr habt Mist gebaut, dafür werdet Ihr sterben!“, ließ er sich an unserer statt hinrichten. Und das auch noch mit einer der grausamsten Methoden überhaupt: der Kreuzigung.

Und der Tod lachte sich ins Fäustchen, aber auch er machte die Rechnung ohne den Wirt. Jesus stieg zwar hinab ins Reich der Toten, aber nur um dort als erstes die Gute Nachricht zu verkünden.
Dann erfuhren es die Jünger und die erzählten es weiter. Später dann fuhr Jesus zum Himmel auf.
Er ist nicht tot, er lebt.

Himmelfahrt ist also ein Feiertag, an dem wir daran gedenken sollen, nicht um alles mit Alkohol zu vergessen.